
Wiesbaden (Q.met) - Der Oktober 2026 hatte zwei Gesichter: golden und spätsommerlich warm zu Beginn, stürmisch und nass zum Ende. Unterm Strich war er laut der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes der erste Monat seit Februar mit mehr Regen als üblich. Doch der Regen fiel höchst ungleich verteilt. Während Schleswig-Holstein fast doppelt so viel abbekam wie im Mittel, blieb Berlin das trockenste Bundesland.
Warm, sonnig und erstmals wieder nass
Mit 10,6 Grad lag die Mitteltemperatur nach Angaben des DWD 1,6 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990 und 1,2 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020. Zum Monatsstart wurde vielfach die 20-Grad-Marke geknackt, am 1. Oktober meldete Mehringen in Sachsen-Anhalt sogar 27,5 Grad. Den Tiefstwert erreichte Dippoldiswalde-Reinberg in Sachsen am 20. Oktober mit minus 3,1 Grad. Rund 76 Liter pro Quadratmeter bedeuten ein Plus von 36 Prozent, und mit etwa 122 Sonnenstunden war es der achte Monat in Folge, der sonniger ausfiel als üblich.
Dreimal so viel Regen im Norden wie im Osten
Hinter dem bundesweiten Plus steckt ein krasses Gefälle. Schleswig-Holstein war mit 129 Litern pro Quadratmeter mit Abstand das nasseste Land, auch Hamburg und Nordrhein-Westfalen kamen auf über 100 Liter. Einen großen Anteil lieferten die Sturmtiefs Luise und Manja, die am 23. und 24. Oktober in NRW Tagesmengen von 30 bis 60 Litern brachten. Im Osten fielen dagegen oft nur 30 bis 50 Liter, an der Grenze zu Polen teils unter 20. Berlin kam auf knapp 31 Liter, Brandenburg auf 35. Damit setzt sich dort die Trockenheit fort.
Das Defizit bleibt, der November startet grau
Ein nasser Monat macht noch keine Trendwende. Nach Angaben des DWD fehlen in der Jahresbilanz weiter rund 120 Liter pro Quadratmeter, vor allem im Süden und Osten sind die Böden trockener als üblich und die großen Flüsse führen sehr wenig Wasser. Viel Nachschub erwarten wir vorerst nicht. Zu Allerheiligen bringt ein Höhentief dem Südosten etwas Regen und den Alpen Schnee bis etwa 1000 Meter, in der Nacht zum Montag gibt es verbreitet leichten Frost. Danach bleibt es grau und kühl, ergiebige Niederschläge sind nicht in Sicht.