
Wiesbaden (Q.met) - Der Regen der Sturmtiefs Luise und Manja hat dem Rhein nur eine kurze Atempause verschafft. Inzwischen fallen die Pegel wieder: Am Engpass Kaub stand das Wasser am Montagnachmittag bei 21 Zentimetern, in Köln bei 76 Zentimetern. Und die ruhige Ostlage der kommenden Tage bringt kaum Nachschub.
Pegel fallen zurück auf Spätsommer-Niveau
Nach den Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (PEGELONLINE) lag Kaub am 2. November um 15 Uhr bei 21 Zentimetern. Am 30. Oktober waren es nach dem Sturmregen noch 44 Zentimeter, der mittlere Wasserstand liegt bei gut 2 Metern. Köln meldete 76 Zentimeter und lag damit deutlich unter dem mittleren Niedrigwasser von 114 Zentimetern. Emmerich an der niederländischen Grenze kam auf 23 Zentimeter. Alle Messstellen werden als Niedrigwasser eingestuft. Im August war Kaub laut WirtschaftsWoche zeitweise sogar unter die Nullmarke gefallen.
Was ein niedriger Pegel für die Schiffe bedeutet
Der Pegelwert ist nicht die Wassertiefe. In der Fahrrinne bleibt mehr Wasser unter dem Kiel, für Frachter wird es trotzdem eng. Maßgeblich ist der sogenannte Gleichwertige Wasserstand (GlW), der in Köln bei 139 Zentimetern liegt. Darunter können Schiffe nur noch teilbeladen fahren, Transporte werden teurer. Schon im August lagen die Frachtraten zwischen Karlsruhe und Rotterdam laut Bloomberg-Daten auf einem Allzeithoch. Die geplante Vertiefung der Fahrrinne am Mittelrhein um 20 Zentimeter kostet rund 225 Millionen Euro und dürfte laut Binnenschifffahrtsverband BDB frühestens 2033 fertig sein.
Unsere Vorhersage: Hochdruck hält Regen fern
Bis zum Wochenende bestimmt ein Hoch über der Nordsee das Wetter. Mit östlicher Strömung kommt kühle, trockene Festlandsluft, dazu gibt es Nebel, Hochnebel und nachts leichten Frost. Ab Freitagabend erreicht ein schwacher Ausläufer den Südwesten mit etwas Regen. Am Sonntag fällt in der Mitte zeitweise leichter Niederschlag, in den Alpen schneit es oberhalb von etwa 1000 Metern nur wenig. Ab etwa dem 10. November wird es wahrscheinlich milder, und Ausläufer eines Atlantiktiefs kommen näher. Die Modelle gehen dabei aber weit auseinander, und für ergiebigen Landregen gibt es bisher kein Signal. Am Rhein ist deshalb eher mit weiter langsam fallenden Pegeln zu rechnen.