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Wetter-News: DAS STURMGLAS UND FITZROY
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  vom Wetterdienst Q.met GmbH

Meldung vom 10.08.2022 00:00
DAS STURMGLAS UND FITZROY

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Wiesbaden (Q.met) - Aus den Anfängen der Meteorologie stammt ein „Messinstrument", welches bis heute noch nicht wirklich verstanden wurde u...

Aus den Anfängen der Meteorologie stammt ein „Messinstrument", welches bis heute noch nicht wirklich verstanden wurde und das leichte Flair einer Kristallkugel besitzt. Die Rede ist vom Sturmglas oder auch Campherglas. Dabei handelt es sich um ein verschlossenes Glasrohr, welches mit Wasser, Alkohol, Campher (ein aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnener Stoff), Kaliumnitrat und Ammoniumchlorid gefüllt ist. In diesem Glas bilden sich scheinbar unerklärlich Kristalle aus und lösen sich wieder auf, wobei sie die verschiedensten Formen annehmen. Diese Gläser gibt es bereits seit dem 17. Jahrhundert und es war vermutlich der Britische Admiral Robert FitzRoy, welcher im frühen 19. Jahrhundert zuerst auf die Idee kam, dass das Kristallwachstum direkt mit dem Wetter zusammenhängen könnte. FitzRoy war naturwissenschaftlich interessiert und von der Britischen Regierung beauftragt worden, ein erstes Wetterstationen Netz zu errichten, um Stürme besser vorhersagen zu können, was vor allem für die Marine von großem Interesse war. Diese Wetterstationen verfügten über ein Barometer, ein Thermometer, eine Telegrafenleitung, um die Messdaten schnell übermitteln zu können und das Sturmglas, welches man ihm zu Ehren auch Fitzroy-Sturmglas nennt. Die Idee war, dass die Art des Kristallwachstums Rückschlüsse darauf geben kann, ob ein Sturm aufzieht. Diese Beobachtungen hatte er während seiner Forschungsreisen mit Charles Darwin und Francis Beaufort (der Entwickler der Beaufort-Windgeschwindigkeitsskala) auf der HMS Beagle gemacht. Er war der Kapitän des Schiffes auf, welchem Darwin seine Evolutionstheorie erarbeitete. Sein Messnetz und vor allem seine Wettervorhersagen brachten ihm allerdings auch viel Spott ein, da seine Vorhersagen meistens nicht stimmten, was zu einem großen Teil daran lag, dass die Wetterprozesse zum damaligen Zeitpunkt einfach noch nicht ausreichend verstanden waren und FitzRoy über keine Stationen in den USA verfügte, von wo aus das Wetter nach Osten in Richtung Großbritannien zieht.Und auch das von ihm populär gemachte Sturmglas kann, wie Chemiker der Universität Duisburg-Essen erforschten, schlechtes Wetter oder sogar Stürme nicht vorhersagen, da es weder auf den Luftdruck, noch auf die Niederschlagsmenge oder die Windrichtung reagierte. Lediglich eine Temperaturabhängigkeit des Kristallwachstums wurde nachgewiesen. Dennoch hat FitzRoy mit der Entwicklung des Messnetzes und der Verwendung des Telegrafen zur Datenübertragung innovative Schritte in der Meteorologie eingeleitet und bleibt bis heute mit solch großen Namen wie Charles Darwin verbunden.






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