© Q.met GmbH
Wetter-News: FUTTERMANGEL IM SÜDEN: HÖFE BAUEN IHRE RINDERBESTÄNDE AB
  Wetter-News
  vom Wetterdienst Q.met GmbH

Meldung vom 26.08.2026 13:07
FUTTERMANGEL IM SÜDEN: HÖFE BAUEN IHRE RINDERBESTÄNDE AB

Mehr Wetter
Wetter
Deutschland
Schweiz
Österreich
Wetter
Wetter-Lexikon
Biowetter
Pollenflug
nachrichten wetter
Wiesbaden (Q.met) -

Nach dem extrem trockenen Sommer geht in vielen Ställen das Grundfutter aus. Auf den Wiesen wächst nach den ersten Schnitten kaum noch Gras nach, der Silomais wurde Wochen zu früh gehäckselt, und die Winterreserven sind vielerorts schon angebrochen. Erste Betriebe im Süden und Westen trennen sich von Tieren. Ob die Gewitter der kommenden Tage noch etwas retten, entscheidet sich jetzt.

Ein Drittel weniger Futter als sonst

Der Landesbauernverband Baden-Württemberg beziffert das Minus auf 30 bis 40 Prozent gegenüber einem normalen Jahr. In seiner Erntebilanz vom 18. August meldet der Deutsche Bauernverband 41,9 Millionen Tonnen Getreide und damit sieben Prozent weniger als 2025, beim Winterraps brach der Ertrag um ein Fünftel ein. „Die diesjährige Ernte ist von enormen regionalen Unterschieden geprägt, mit einem starken Nord-Süd-Gefälle", sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied. Besonders bitter fällt der Silomais aus: In einer Umfrage des Fachmagazins top agrar reichten die Erträge von 20 bis 48 Tonnen je Hektar, die Pflanzen blieben vielerorts bei 1,5 bis 2,2 Metern statt der üblichen drei bis vier.

Erste Höfe trennen sich von Tieren

In Bayern stieg die Zahl der geschlachteten Rinder nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands von rund 4.500 in der 25. Kalenderwoche auf etwa 5.500 in Woche 31, knapp 40 Prozent der befragten Betriebe kaufen bereits Futter zu. Im Südwesten von Rheinland-Pfalz ernten einzelne Höfe nur 10 bis 15 Prozent des normalen Silomaisertrags, Verbandsvizepräsident Jürgen Vogelsang hält dort einen Bestandsabbau von 10 bis 20 Prozent für denkbar. Baden-Württemberg stellt laut Agrarministerin Marion Gentges bis zu fünf Millionen Euro für Futterzukäufe bereit, sobald beim Grundfutter mehr als 30 Prozent Ertrag fehlen.

Was die Gewitter jetzt noch bringen

Am Donnerstagabend ziehen von Westen kräftige Gewitter auf, örtlich mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen, am Freitag folgt gebietsweise die nächste Runde. Danach wird es kühler und wechselhaft, zum Wochenstart frischt der Wind an der Nordsee und im Bergland spürbar auf. Für die Betriebe ist das immerhin ein Anfang: Auf verkrusteten Böden läuft ein Gewitterguss zwar zu großen Teilen oberflächlich ab, doch 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter reichen, um Grünland noch einmal austreiben zu lassen und Zwischenfrüchte in Gang zu bringen. Die verlorenen Schnitte des Sommers holt das nicht zurück.







Benutzersuche



WETTER-NETZWERK: WETTER.NET
WETTER-PARTNER: Proplanta.de | docspot.tv | skiresort.de