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Wetter-News: DÜRRE IN BAYERNS WÄLDERN: LAUBFALL UND MAGERE PILZSAISON
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Meldung vom 30.08.2026 10:06
DÜRRE IN BAYERNS WÄLDERN: LAUBFALL UND MAGERE PILZSAISON

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Wiesbaden (Q.met) -

Wer dieser Tage durch die Wälder im Süden geht, könnte den Kalender für falsch halten: Buchen und Birken stehen schon braun, das Laub raschelt Ende August am Boden. Das ist keine frühe Herbstfärbung, sondern ein Notprogramm nach dem Dürresommer. Und auch die Pilzkörbe bleiben leer. Was der Regen der kommenden Tage noch bringt - und was nicht.

Notlaubfall: Der Baum zieht die Reißleine

Wenn das Wasser im Boden knapp wird, holen Bäume Stickstoff und Phosphor aus den Blättern zurück und werfen sie ab - Wochen zu früh. Christian Kaul vom Bayerischen Waldbesitzerverband nennt das eine Vernunftentscheidung des Baums im Notmodus. Daneben verbrennen Blätter schlicht in der Sonne. Die Folgen reichen weit über dieses Jahr hinaus: Bei jungen Bäumen stockt das Höhenwachstum, Frühjahrspflanzungen fielen teils komplett aus, ältere Bäume bilden schmalere Jahresringe. Und geschwächte Fichten bilden zu wenig Harz, um Borkenkäfer abzuwehren.

Leere Körbe: Die Pilzsaison startet mager

Auch unter dem Laub tut sich wenig. Christoph Hahn, Präsident der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft, bringt es kurz auf den Punkt: "Es gab kaum Regen, es war extrem heiß." Die Pilzgeflechte im Boden leben zwar, müssen sich aber erst regenerieren, bevor sie Fruchtkörper bilden. Wie leer die Wälder sind, zeigt eine ungewöhnliche Statistik: Beim Giftnotruf der TU München gingen in den Vorjahren 380 bis 650 Anfragen zu Pilzvergiftungen ein, 2026 liegt die Zahl laut Notrufleiter Florian Eyer im niedrigen zweistelligen Bereich.

Schauer helfen wenig, gebraucht wird Landregen

Zum Wochenstart wird es wechselhaft und windig: In der Nacht zum Montag ziehen in der Südhälfte kräftige Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter und Sturmböen durch, im Norden und im Bergland bleibt es stürmisch. Für den Wald ist das nur ein Tropfen. Konvektiver Starkregen läuft auf verkrusteten Böden größtenteils ab, gebraucht würden Wochen mit gleichmäßigem Landregen bis in die mittleren und tieferen Bodenschichten. Die Modelle für den September zeigen davon bislang wenig: eher zu warm und beim Niederschlag höchstens durchschnittlich. Wie angeschlagen der Wald ist, zeigt die Waldzustandserhebung 2025 des Bundeslandwirtschaftsministeriums - im Mittel 30,1 Prozent Kronenverlichtung, nur etwa jeder fünfte Baum gilt als unversehrt.







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