Wiesbaden (Q.met) - Der Sommer 2026 ist Geschichte – und er verfehlt den deutschen Temperaturrekord nur um ein Zehntelgrad. Der Deutsche Wetterdienst hat seine vorläufige Bilanz vorgelegt: 19,6 Grad im Flächenmittel, dazu fast ein Drittel zu wenig Regen und außergewöhnlich viel Sonne. Die Folgen reichen von versiegten Bächen im Südwesten bis zu einer erschreckenden Sterbestatistik.
Nur ein Zehntelgrad hinter dem Jahrhundertsommer 2003
Mit vorläufig 19,6 Grad im Mittel war der Sommer 2026 nach Auswertung des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste seit Beginn der flächendeckenden Messungen 1881. Nur der Jahrhundertsommer 2003 lag mit 19,7 Grad noch knapp davor. Gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 fällt die Abweichung mit 3,3 Grad gewaltig aus. Rund 22 heiße Tage über 30 Grad und etwa fünf Tage jenseits der 35 Grad kamen zusammen. Am 27. Juni stieg das Thermometer in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt auf 41,8 Grad – ein neuer deutscher Allzeitrekord, der die alte Bestmarke von 41,2 Grad aus dem Juli 2019 klar übertrifft.
Zu trocken, zu sonnig – und im Süden am extremsten
Beim Niederschlag blieb es bei mageren 171 Litern pro Quadratmeter, gerade einmal 72 Prozent des Solls von 239 Litern. Damit reiht sich 2026 unter den fünf trockensten Sommern seit 1881 ein. Bäche und Quellen im Südwesten versiegten zeitweise vollständig, Rhein und Donau meldeten Rekordniedrigwasser. Die Sonne kam auf rund 779 Stunden und damit auf einen der höchsten Werte seit Messbeginn 1951. Am heißesten war es im Südwesten: Das Saarland erreichte 21,3 Grad, Baden-Württemberg 21,1 Grad. Hessen erlebte mit 19,9 Grad und nur 126 Litern Regen den vorläufig heißesten Sommer seiner Messgeschichte.
15.800 Hitzetote – und wie der September startet
Die menschliche Bilanz wiegt schwer: Das Robert Koch-Institut schätzt, dass bis Mitte August rund 15.800 Menschen in Deutschland hitzebedingt gestorben sind, allein 9.600 davon während der extremen Junihitze. Eine Attributionsstudie des DWD kommt zu dem Schluss, dass eine Hitzewelle dieses Ausmaßes ohne den Klimawandel statistisch unmöglich gewesen wäre. Entspannung bringt der Herbstbeginn nur halb: Im Norden ziehen ab Donnerstag Regenfronten durch, an den Küsten frischt es stürmisch auf. Südlich der Mittelgebirge hält der Hochdruck, am Freitag sind im Südwesten wieder bis zu 33 Grad drin – für die ausgetrockneten Böden dort bleibt der Regen aus.