Wiesbaden (Q.met) - Zum Monatswechsel meldet sich die Sahara in Deutschland zurück: In der Nacht zum Montag erreicht eine Staubfahne aus Nordafrika den Westen und Südwesten. Mit ihr strömt ungewöhnlich warme Luft heran, am Oberrhein sind noch einmal gut 30 Grad drin. Der Himmel bekommt dabei einen milchigen Schleier, und der Herbst legt eine Pause ein.
Staubfahne erreicht den Westen
Ein breiter Staubschleier zieht von Nordafrika über Spanien und Frankreich nach Mitteleuropa und erfasst in der Nacht zum Montag den Westen und Südwesten Deutschlands. Rechnerisch schweben dann zwischen 10.000 und 30.000 Tonnen feinster Wüstensand über dem Land, am dichtesten über dem Rhein-Main-Gebiet und dem Rheinland. Der Norden und vor allem der Osten bekommen deutlich weniger ab. Sichtbar wird das seltener als gelber Himmel, häufiger als blasse, leicht milchige Sonne. Dafür können die Sonnenuntergänge in kräftigem Rot-Orange ausfallen.
Wüstenluft bringt noch einmal 30 Grad
Mit der südwestlichen Strömung kommt die Wärme gleich mit. Am Sonntag erwarten wir im Südwesten bis 30 Grad, von Montag bis Mittwoch verbreitet 22 bis 29 Grad und am Oberrhein um 31 Grad, während der Norden bei 18 bis 24 Grad und zeitweiligen Schauern bleibt. Kommen am Oberrhein drei Tage mit 30 Grad und mehr zusammen, wäre das nach gängiger Definition eine Hitzewelle, und das wenige Tage vor Oktober. Der DWD-Dekadenrekord für das letzte September-Drittel liegt bei gut 31 Grad, der deutsche Oktoberrekord bei 30,9 Grad aus Müllheim vom 7. Oktober 2009.
Am Boden bleibt meist wenig übrig
Der Staub zieht überwiegend in mittleren und hohen Luftschichten, deshalb bleibt die Wirkung am Boden überschaubar. Messbar ist sie trotzdem: Die Trübung schluckt einen Teil der Sonnenstrahlung und dämpft die Höchstwerte leicht, die Feinstaubwerte können vorübergehend anziehen. Den klassischen Blutregen mit rotbraunen Flecken auf Autos und Scheiben wird es vorerst nicht geben, denn dazu müsste Regen den Staub auswaschen, und der fehlt unter dem Hoch. Erst ab Donnerstag wird es von Westen wechselhaft mit Schauern und einzelnen Gewittern bei 20 bis 28 Grad.