Wiesbaden (Q.met) - In Bangkok steht eine Millionenstadt im Wasser: Nach fast 48 Stunden Dauerregen mit örtlich über 300 Litern pro Quadratmeter hat die Stadtverwaltung alle 50 Bezirke zum Katastrophengebiet erklärt. Die Pumpen laufen rund um die Uhr. Und selbst wenn kein Tropfen mehr fällt, dauert es Tage, bis das Wasser aus den Straßen verschwunden ist.
Über 300 Liter Regen in zwei Tagen
Am Samstag, 26.09.2026, um 10:16 Uhr Ortszeit rief die Stadtverwaltung von Bangkok für alle 50 Bezirke den Katastrophenfall aus. Zwischen dem 24. und 26. September fielen in Teilen der Stadt mehr als 300 Liter pro Quadratmeter, in Min Buri 274,5 und in Khlong Sam Wa 273 Liter. Am Sonntag standen noch 31 Hauptstraßen unter Wasser, der Schwerpunkt liegt im Osten der Stadt. Drei Menschen kamen in Bangkok ums Leben, landesweit acht, mehr als eine halbe Million Menschen in 25 Provinzen sind betroffen. Am Montag blieben über 400 Schulen geschlossen.
Monsuntrog trifft auf kräftigen Südwestmonsun
Ursache war kein Wirbelsturm, sondern eine klassische Monsunlage: Ein Monsuntrog lag über dem zentralen und östlichen Thailand, ein kräftiger Südwestmonsun schaufelte feuchte Luft vom Indischen Ozean heran, dazu kam ein Tiefdruckgebiet, das sich nur langsam bewegte. Inzwischen ist dieses Tief westwärts Richtung Myanmar abgezogen, der thailändische Wetterdienst rechnet für Montag aber noch in rund 70 Prozent des Großraums Bangkok mit Schauern und Gewittern. Rund 223 Millionen Kubikmeter Regenwasser müssen über die Kanäle in den Chao Phraya gepumpt werden. Anders als 2011 stammt das Wasser fast vollständig aus lokalem Starkregen, nicht aus den Abflüssen Nordthailands.
Eine Stadt, die dem Wasser entgegensinkt
Bangkok liegt auf dem flachen Delta des Chao Phraya, vielerorts nur etwa einen Meter über dem Meeresspiegel. Jahrzehntelange Grundwasserentnahme lässt den Untergrund im Mittel um rund einen Zentimeter pro Jahr absacken, während der Meeresspiegel im Golf von Thailand steigt. Jeder Starkregen findet damit weniger Gefälle vor. Zum Vergleich: Bei der Flutkatastrophe 2011 starben nach offiziellen Angaben mehr als 680 Menschen, 13 Millionen waren betroffen, der Schaden lag bei rund 46 Milliarden Dollar. Bei uns ist die Lage genau umgekehrt: Nach dem Dürresommer bleibt es bis Mittwoch sonnig und warm mit bis zu 30 Grad im Südwesten, erst am Donnerstag fällt im Westen etwas Regen.