Wiesbaden (Q.met) - Der erste Oktobertag bringt dem Westen Regen und beendet dort eine bemerkenswerte Serie. Seit Januar hat die Sonne über Deutschland schon mehr Stunden geliefert, als ein komplettes Durchschnittsjahr überhaupt bringt. Die Folge zeigt sich an der Steckdose: Die Solaranlagen haben die gesamte Jahresmenge von 2025 bereits Ende September übertroffen.
Mehr Sonne als in einem ganzen Normaljahr
Von Januar bis August zählte der Deutsche Wetterdienst 1.592 Sonnenstunden, rund 22 Prozent mehr als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Bis zum 15. September waren es 1.681 Stunden und damit mehr, als ein durchschnittliches Jahr insgesamt zusammenbekommt, nämlich 1.665 Stunden. In der Rangliste der sonnigsten Jahre seit Messbeginn 1951 lag 2026 zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei, hinter 2022 mit 2.024 Stunden. Der September legte noch einmal nach: etwa 192 Stunden bundesweit, rund 28 Prozent über dem Soll, in Baden-Württemberg sogar 247 Stunden.
Solarrekord schon vor dem Herbst
Das schlägt direkt auf die Stromerzeugung durch. Nach Daten der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE lieferten deutsche Photovoltaikanlagen bis zum 27. September rund 90,2 Terawattstunden und damit mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 90,0 Terawattstunden. Darin stecken etwa 15 Terawattstunden Eigenverbrauch. Solarstrom deckt inzwischen rund ein Fünftel der inländischen Erzeugung. Neben dem Wetter trägt der Zubau bei: Installiert sind etwa 130 Gigawatt, für das Ziel von 215 Gigawatt bis 2030 fehlen jedes Jahr rund 20 Gigawatt.
Unsere Vorhersage zum Monatsstart
Heute endet die Sonnenserie zunächst im Westen. Eine Kaltfront zieht nur zäh ostwärts, am Nachmittag spannt sich das Regenband von Baden und der Pfalz über Hessen und Westfalen bis nach Hamburg. Dort fallen 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, wo Zellen stehen bleiben 20 bis 35 Liter, im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb örtlich bis 50 Liter. Der Osten bleibt sonnig und mit 24 bis 25 Grad sommerlich, im Westen sind es nur 20 bis 22 Grad. Am Wochenende übernimmt wieder schwacher Hochdruck mit Frühnebel und 18 bis 24 Grad, erst ab der zweiten Oktoberdekade deuten die Modelle einen kühleren, wechselhaften Abschnitt an.