Wiesbaden (Q.met) - Sturmtief Luise hinterlässt im Westen die ersten Spuren: Bei Aachen hat der Wind eine Oberleitung zerstört, bei Neuss liegt ein Baum auf den Gleisen, und bei Pforzheim fuhr eine voll besetzte Regionalbahn gegen einen Ast. Dabei steht der Höhepunkt erst noch bevor. Am Abend und in der ersten Nachthälfte legt der Sturm vom Rheinland bis zum Emsland noch einmal zu.
Oberleitung kaputt, Bäume auf den Gleisen
Nach Angaben der Deutschen Bahn, über die dpa berichtet, ist die Strecke zwischen Stolberg und Aachen Rothe Erde nach einem Oberleitungsschaden in beide Richtungen gesperrt. Es fahren Ersatzbusse nach Aachen, Düren und Langerwehe. Zwischen Neuss Hauptbahnhof und Meerbusch-Osterath blockiert ein umgestürzter Baum die Gleise. Störungen zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen sowie zwischen Aachen und Aachen-West sind bereits behoben. Bei Pforzheim prallte eine Regionalbahn mit Hunderten Fahrgästen gegen einen Ast und blieb auf der Strecke stehen. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Wie lange die Sperrungen dauern, ist noch offen.
Städte schließen Parks, Europa-Park stoppt Achterbahnen
Der Deutsche Wetterdienst hat für weite Teile Westdeutschlands bis in den späten Abend Warnungen der Stufe Orange ausgegeben, auf dem Brocken gilt eine Unwetterwarnung. Köln und Aachen bitten darum, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden, auch Bochum warnt vor Waldbesuchen. In Dortmund schließen Zoo und Westfalenpark früher, der Wildpark Düsseldorf bleibt laut WDR am Samstag ganz zu. Der Europa-Park in Rust hat seine großen Außen-Achterbahnen vorübergehend stillgelegt. Gerade in den dürregeschwächten Wäldern können morsche Äste und Kronenteile schon bei stürmischen Böen abbrechen.
So geht es weiter: Kurze Pause, dann der nächste Sturm
Am Abend und in der ersten Nachthälfte erreicht der Sturm im Westen seinen Höhepunkt. Verbreitet sind Sturmböen um 85 km/h zu erwarten, vom Rheinland bis zum Emsland einzelne schwere Sturmböen und auf den Gipfeln Orkanböen. Im Südwesten können einzelne Gewitter mit Sturmböen durchziehen, in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge kommen bis Samstagmorgen 30 bis 40 l/qm zusammen. Der Samstag bleibt windig mit Sturmböen an der Nordsee und im Bergland bei 8 bis 13 Grad. In der Nacht der Zeitumstellung zieht das nächste Sturmtief heran und bringt am Sonntag schwere Sturmböen an der See. Erst ab Dienstag wird es ruhiger. Wer am Wochenende mit der Bahn unterwegs ist, sollte vorher die Verbindung prüfen.